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Aus gegebenem Anlass habe ich mich dafür entschieden, diese Homepage aufzugeben - so kann ich nicht sagen, wie lange sie noch verfügbar ist.


Diese Seite beschreibt nicht den Weg eines Jungen, der erwachsen wird, sondern es geht um viel mehr als nur das.

Am 25. Januar 1976 kam ich in Bünde (Westfalen) als Nadine zur Welt. Ich hatte eine ältere Schwester und bekam noch einen jüngeren Bruder dazu. Schon in früher Kindheit fühlte ich mich mehr als Junge. Der Wunsch, tatsächlich einer zu sein, wurde durch schlechte Erlebnisse noch verstärkt.

Als Kind war es noch nicht ganz so schlimm. Zwar wird man schon in die weibliche Schiene gepresst, doch hat man noch eine Art "Narrenfreiheit". So konnte ich mich beim Spielen mit anderen Kindern z. B. als mein Zwillingsbruder ausgeben und schlüpfte so unbemerkt - durch ein Spiel getarnt - in die Rolle des Jungen.

Je älter ich wurde, desto schwieriger wurde es für mich. Immer mehr wurde ich in die Rolle der Frau gepreßt. Ich war anders, als die anderen Mädchen. Das wurde mir auf viele - nicht immer nette - Arten deutlich gemacht.

Immer mehr fing ich an, mich zu isolieren. Verbrachte ganze Nächte an ruhigen Orten und träumte mich in meine Welt. In der "richtigen" Welt kam ich immer weniger klar. Es störte mich nicht nur immer mehr, wie andere mich sehen, sondern ich selbst gefiel mir einfach nicht. Ich entwickelte eine Aggression gegen meinen Körper und verlor die Achtung davor.

Außerhalb meiner Welt war ich nicht mehr glücklich und wollte am Liebsten sterben. So fing ich an, mich mit mir auseinander zu setzen. Ich fand einen Weg, wie ich den inneren Schmerz und den Druck los werde: Ich lud ihn an meinem Körper ab - auf viele verschiedene Weisen.

In all den Jahren hatte ich mir Masken zugelegt, mit denen ich lebte. Das Leben außerhalb huschte an mir vorbei. So habe ich kaum noch Erinnerungen an das, was an mir vorbei zog. Nur besonders schlimme Ereignisse blieben verankert und die Schmerzen im Inneren.

Es kam die Zeit, als ich auf die "Liebe" aufmerksam wurde. Das war etwas, was meinem Leben wieder einen Sinn gab. Wenn ich zwei Menschen sah, die sich umarmten, spürte ich ein Verlangen - eine Sehnsucht und ich wußte, das ist es, wofür es sich zu leben lohnt. So zog ich los, die Liebe zu finden.

Zuerst suchte ich sie bei den Männern. Aber ich fühlte nie das, was ich fühlte, wenn ich an diese Liebe dachte. Ich fühlte keine große Sehnsucht, kein Verlangen den Männern gegenüber. Aber irgendwann tauchte eine Frau auf, wo ich dies spürte. Überhaupt fühlte ich mich von Frauen schon immer mehr angezogen - hielt es anfangs jedoch für normal. Der Wunsch, eine Frau zu küssen, wurde immer größer. Ich war viel zu schüchtern, also half der Zufall nach und ich küsste meine beste Freundin aus der Schulzeit, die ich nach langer Zeit wiedertraf.

Schmetterlinge im Bauch, Verlangen nach Nähe zu einem Menschen ... das kannte ich vorher nicht. Doch plötzlich war es da. Bei Männern war ich aus Pflichtgefühl zärtlich, doch bei ihr sehnte ich mich zum ersten Mal danach. Konnte davon nicht genug bekommen. Und so stand ich kurz vor meinem ersten Outing. Als sie dann jedoch einen Rückzieher machte, fing auch ich an nachzudenken. Keine Kinder. Keine Familie. Das machte mich sehr traurig.

Irgendwo muss es doch einen Mann geben, zu dem ich auch so fühlen kann und so zog ich los und suchte nach diesem Mann. Ich war so versessen darauf, dass ich blind war. Und so geriet ich an den Falschen, von dem ich jedoch bald ein Kind erwartete. Mein Traum von einer Familie ging in Erfüllung, und so setzte ich all meine Hoffnung in diese Kraft und dachte mir, es wird schon. Doch es wurde nicht. Unerfülltes Verlangen und Sehnsüchte. Viel Ärger und Kummer. Also packte ich Kind und Kegel und verschwand ......


 
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